Wofür steht der Begriff „Inneres Kind”?
Als Baby begegnen wir der Welt offen, schutzlos, voll Vertrauen und unglaublich empfindsam. Es gab viele Momente im Laufe unseres Lebens, in denen diese Empfindsamkeit verletzt wurde – Situationen, in denen wir z. B. lieblos zurückgewiesen, allein gelassen, bestraft, gehänselt, beschämt, nicht ernst genommen, übermäßig bevormundet oder im Ausdruck unserer Lebendigkeit unterdrückt wurden.
Bei jedem schmerzhaften Ereignis ist ein Teil unserer Psyche wie eingefroren und nimmt am natürlichen Reifungsprozess nicht mehr teil. Waren wir bei dem schmerzhaften Ereignis z. B. ein Jahr alt, dann ist dieser Teil unserer Psyche immer noch ein Jahr alt und verhält sich wie ein einjähriges Kind, wenn heute ein ähnlicher Schmerz in anderer Gestalt auftaucht. All diese „jungen” Anteile in uns nennen wir das „Innere Kind” und tragen wir als Erwachsene immer noch in uns.
Wir ahnen gar nicht, wie sehr sie unbewusst unser heutiges Leben bestimmen. Besonders in Beziehungen erleben wir viele Situationen im einen Moment vom Erwachsenen–Selbst und im nächsten Moment unbewusst schon vom Standpunkt des verletzten Kindes aus. Das führt zu Reaktionen die uns sowohl in uns selbst als auch bei anderen manchmal unverständlich sind und Kommunikation sehr schwierig macht.
Wenn wir lernen, unserem verwundeten „Inneren Kind” liebevoll und mitfühlend zu begegnen – wenn wir entdecken welche Bedürfnisse, Verletzungen und Ängste hinter unseren Problemen stehen, beginnen diese Anteile in uns nachzureifen und zu heilen. Wir lernen uns selbst und anderen mit mehr Liebe, Verständnis und Klarheit zu begegnen.